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Künstliches Kniegelenk: Was Patientinnen und Patienten erwarten können

Das Knie zählt zu den am stärksten beanspruchten Gelenken unseres Körpers. Beim Stiegensteigen oder Laufen wirkt eine Belastung, die dem Vier- bis Siebenfachen des eigenen Körpergewichts entspricht.

Über viele Jahre können diese Kräfte – ebenso wie frühere Verletzungen – den schützenden Knorpel im Knie schädigen. Häufig entsteht daraus Arthrose, also ein fortschreitender Gelenkverschleiß. Wenn Schmerzen und Bewegungseinschränkungen den Alltag stark beeinträchtigen, kann der Einsatz eines künstlichen Kniegelenks helfen, Mobilität und Lebensqualität zurückzugewinnen.


Wie eine Knieprothese funktioniert

Bei der Operation werden die abgenutzten Gelenkflächen ersetzt. Die Oberflächen von Oberschenkelknochen und Schienbein erhalten glatte Metallkomponenten. Dazwischen liegt eine widerstandsfähige Kunststoffschicht aus Polyethylen. Sie sorgt dafür, dass die Metallflächen reibungsarm aufeinander gleiten und zugleich als Stoßdämpfer wirken.

Bewegung nach der Operation

Bereits am ersten Tag nach dem Eingriff darf das neue Knie vorsichtig belastet werden. In den ersten sechs Wochen werden zur Entlastung Stützkrücken verwendet. Für die meisten Alltagsbewegungen reicht eine Kniebeugung von etwa 110 Grad. Eine Beweglichkeit über 120 Grad gilt als sehr gutes Ergebnis. Wichtig ist auch die vollständige Streckung: In Rückenlage sollte das Bein vollständig gestreckt flach aufliegen können.


Rehabilitation braucht Geduld

Die Wochen nach der Operation sind entscheidend für den Heilungsverlauf. Physiotherapie, Lymphdrainage und Heilmassagen unterstützen die Regeneration. Gleichzeitig wird gezielt an Beweglichkeit, Muskelkraft und Koordination gearbeitet. Bis das neue Gelenk vollständig belastbar ist, können sechs bis zwölf Monate vergehen.


Wie lange hält eine Knieprothese?

Die Haltbarkeit eines künstlichen Kniegelenks liegt meist zwischen 15 und 25 Jahren. Entscheidend sind mehrere Faktoren: Ein geringeres Körpergewicht reduziert die Belastung der Prothese. Regelmäßige Bewegung stärkt Muskeln und Gelenkfunktion, während sehr belastende Sportarten vermieden werden sollten. Eine gute Knochenqualität trägt zur stabilen Verankerung des Implantats bei.

Ein künstliches Kniegelenk kann Schmerzen deutlich reduzieren und wieder mehr Bewegungsfreiheit ermöglichen. Entscheidend für den langfristigen Erfolg sind jedoch Geduld in den ersten Monaten nach der OP, regelmäßige Bewegung sowie ein bewusster Umgang mit dem neuen Gelenk.