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Geduld kann man lernen

„Wann sind wir endlich da?“ – „Wie lange dauert es noch bis Weihnachten?“ Eltern kennen diese Fragen nur zu gut. Geduld zu haben fällt Kindern oft schwer.

Doch auch Erwachsene müssen sie immer wieder trainieren. Geduld ist keine angeborene Eigenschaft, sondern eine Fähigkeit, die sich entwickeln lässt.

Geduld beginnt im Kopf. Wer warten muss, konzentriert sich schnell auf das, was noch nicht passiert ist. Hilfreicher ist es, die Aufmerksamkeit bewusst auf etwas anderes zu lenken. Statt ständig auf die Uhr zu schauen, kann man überlegen, was kann ich in dieser Zeit tun? Ein Buch lesen, Spiele spielen, Musik hören, etwas beobachten oder einfach tief durchatmen.

Ein praktischer Helfer im Familienalltag ist der Zeitpuffer-Trick. Wer mit Kindern unterwegs ist, plant bewusst zehn oder 15 Minuten mehr ein. So entsteht weniger Zeitdruck – und aus „Wir müssen uns beeilen!“ wird vielleicht ein entspannter Spaziergang zur Bushaltestelle.

Auch kleine Warteübungen können helfen. Beim nächsten Einkauf darf das Kind beispielsweise bewusst ein paar Minuten warten, bevor es den gewünschten Artikel bekommt. Wichtig ist, die Wartezeit überschaubar zu halten und anschließend darüber zu sprechen,  was hat geholfen, die Zeit gut zu überbrücken?

Zum Geduldsspiel wird das Ganze, wenn die Familie daraus eine kleine Challenge macht. Wer schafft es, eine Minute still zu warten? Wer findet die meisten Dinge, die man während des Wartens beobachten kann?

So wächst Geduld Schritt für Schritt. Und das lohnt sich.  Wer warten und sich selbst beschäftigen kann, gewinnt eine Fähigkeit, die im Familienleben, in der Schule und später im Alltag wertvoll ist.